„Sklaverei mitten in Deutschland“

Günter Wallraff jobbte Undercover bei einem Nachrichtenmagazin

Deutschland. Er war wieder Undercover unterwegs: Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat mal wieder mit falscher Identität im Niedriglohnsektor gejobbt. „Das ist Sklaverei mitten in Deutschland“, sagte der 69-jährige, der für RTL und das Zeit Magazin recherchierte. Wallraff arbeitete mehrere Wochen mit falscher Identität bei einem Online-Nachrichtenmagazin, welches sich auf der verlagseigenen Homepage als äußerst „seriös“ ausgibt. „Ich habe dort an verschiedenen Standorten mitgearbeitet und recherchiert – und habe Arbeitsbedingungen festgestellt, die körperlich, finanziell und nervlich ruinieren“, sagte der Autor.

Der Chefredakteur der seriösen Online-Zeitung Schwindelfreiheit zeigte sich schockiert: „Ich habe nicht gedacht, dass ausgerechnet die Branche, in der ich arbeite, von Dumpinglöhnen betroffen ist.“ Er entschuldigte sich selbstlos für die „gierigen“ Kollegen bei Wallraff. Dennoch müsse man auch kleine Online-Zeitungen mit ihren Schwächen akzeptieren. „Ich kenne einen Bekannten, der macht so einen komischen Blog und schreibt total langweilige Geschichte. Der bekommt natürlich auch nicht genug Geld um seine Mitarbeiter zu bezahlen. Dann reicht es halt nur für ein Butterbrot“, sagte er. Neulich hätte er selbst einen älteren Mann mit dem Namen „Rainer Zufall“ nicht vernünftig entschädigen können. „Ich muss die Überweisung versehentlich im Klo runtergespült haben“, sagte der Chefredakteur des renommierten Nachrichtenmagazins Schwindelfreiheit. Da sich der Mann allerdings unter einer falschen Identität bei ihm vorgestellt hatte, sei es ihm bzw. dem unbezahlten Praktikanten bisher nicht möglich gewesen, den Mann aufzufinden.

Fotonachweis: Dein Freund der Baum CC BY-SA 3.0

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In eigener Sache: Schwindelfreiheit erhält Preis

Bereits drei Monate nach dem Start von Schwindelfreiheit hat der Satire-Blog den ersten Preis erhalten. An einer Tankstelle im Raum Hannover nahm Chefredakteur Priesemann den hochdotierten Benzinpreis entgegen. „Damit haben wir nicht gerechnet. Ich freue mich, dass wir einen so bekannten Preis erhalten haben. Den kriegt ja nicht jeder.“ Die Jury begründete die Wahl auf den Satire-Blog Schwindelfreiheit „mit der vollen Tankfüllung Super“-Witze. Priesemann und seine Redakteure hatten sich in der Schlange gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt.

Doch Schwindelfreiheit will sich nicht auf den Preis ausruhen. „Der Tank ist voll. Jetzt können wir wieder ordentlich Gas geben“, sagte Priesemann, der in den nächsten Wochen Meisterwerke ankündigte. Dazu muss aber endlich auch mal wieder was passieren. „Dass Löw eine Wiese mitnimmt, ist zwar schon lustig, aber nicht der Knaller. Zumal Ukraine ja genug Rasen hat“, erklärt Priesemann. Der Chefredakteur des seriösen Faktenmagazins rechnet fest damit, dass schon morgen wieder etwas passiert. „Urlaubsreise, nicht bezahlte Eigenheime, FDP, Hitler-Vergleiche oder Weihnachten – wir nehmen alles!“

Schwindelfreiheit-Redakteure von Lichtstrahlen geblendet

Die Schwindelfreiheit-Redaktion entschuldigt sich bei ihren treuen und überaus genialen Fans für das artikelfreie Wochenende. „Ich hoffe die Leute da draußen an den Bildschirmen waren froh, unsere unlustige Satire in den letzten zwei Tagen nicht lesen zu müssen.“  Chefredakteur Priesemann erklärte gesundheitliche Probleme zur Hauptursache der Ideenlosigkeit. Ein Kollege des Bruchsaler Stadtboten gab an, dass die kreativen Schöpfer dieses überaus langweiligen Blogs, mit den plötzlichen Sonnenstrahlen und Temperaturen von teilweise über 25 Grad nicht zurecht kamen. Grund für die Licht-Allergie ist womöglich der schlecht beleuchtete Arbeitsplatz der Redakteure in einem bisher unbekannten Keller bei einem geheimen und unsichtbaren US-Militärstützpunkt nahe Hannover.

So haben die Schreiberlinge die Ratschläge eines Arztes angenommen und das Wochenende zur Therapie an der frischen Luft und teilweise in einem Freibad verbracht. In der nächsten Woche will das Redaktionsteam aber wieder fit sein und sich  voll und ganz auf die investigative Arbeit konzentrieren. „Zum Glück ist ja kaum was passiert“, erklärte Priesemann. Damit die Bürger aber nicht ganz so uninformiert in die nächste Woche starten – hier die wichtigsten Njus:

+++ Schlechte Quoten bei DSDS: Singender Staubwedel wird nur Zweiter +++

+++ Piraten-Problem gelöst: Nerds zerfallen auf Weg zum Parteitag zu Staub +++

Offener Brief (3)

Liebe Medienmacher,

am 1. April denkt ihr euch immer wieder Nachrichten aus, weil ihr die Bürger veräppeln wollt. Das macht ihr immer so – ihr Scherzkekse! Damit haltet ihr die Leute einen Tag lang im Ungewissen. Wir von Schwindelfreiheit finden das eine Unverschämtheit: schlecht recherchierte, womöglich ausgedachte Nachrichten zu veröffentlichen und als Wahrheit darzustellen. Schwindelfreiheit würde das nie machen. Wir liefern seit genau einem Monat zuverlässig, schnell, richtig, kompetent und investigativ die neuesten Nachrichten aus Deutschland und der Welt. Wir würden unsere Leser nie hinters Licht führen.

Einen schönen Sonntag

Schwindelfreiheit

P. S.: Liebe Leser, habt ihr einen Aprilscherz entdeckt? Dann warnt die anderen Bürger, indem ihr unter dem Beitrag einen Kommentar schreibt. Vielen Dank!