Von der Leyen will Rocker zu Erziehern umschulen

Ursula van der Leyen will die Rocker in die Kitas schicken.

Berlin. Nach dem gescheiterten Versuch, die ehemaligen Schlecker-Frauen als Erzieherin für die Kita zu gewinnen, sorgt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nun mit einem neuen Vorschlag für Wirbel. Künftig sollen nach Ansicht der CDU-Politikerin Rocker der Hells Angels und Bandidos die Lücke bei den Erziehern schließen. „Die Rocker sind zwar ein bisschen rustikal, aber auch sehr sensibel und einfühlsam“, sagte Ursula von der Leyen auf einer Pressekonferenz. Immer mehr Rocker können ihrer geregelten Arbeit im Dienstleistungsgewerbe  nicht mehr nachgehen, weil einige wenige die Branche in Verruf gebracht haben.

Die Ministerin erklärte weiter, dass durch die Rocker endlich auch mehr Männer die Kinder in den Kitas erziehen würden. „Das könnte eine interessante und positive Entwicklung zur Folge haben“, sagte eine zuversichtliche von der Leyen. Auch Familienministerin Kristina Schröder zeigte sich von dem Vorschlag ihrer Kollegin begeistert. Sie ist der Meinung, dass die Rocker den Kindern die wesentlichen Dinge des Lebens womöglich sogar noch besser beibringen können. „Wenn in Deutschland jetzt zum Beispiel der Rechtsstaat zusammenbricht und Anarchie herrscht, dann wüssten die Kinder durch die gute Erziehung der Rocker, wie sie trotzdem ihr täglich Brot an den Mann oder die Frau bringen und mögliche Konkurrenten ausschalten“, sagte Schröder.

Rocker sollen in die Kitas

Die Rocker äußerten aber selbst Bedenken hinsichtlich des Gewaltpotenzials einiger Personen: „So ein kleiner Bengel kann ganz schön zu schlagen und beißen“, hieß es in einer ersten Pressemitteilung. Die Opposition kritisierte derweil, dass nun im wahrsten Sinne des Wortes „Schmalspur“-Erzieher die Kinder in den Kitas betreuen würden. „Ich habe eine bisschen Angst, dass die Rocker nervende Kinder einbetonieren, weil sie nicht genug Erfahrung haben“, sagte eine verunsicherte Manuela Schwesig (SPD), die von Von der Leyen aber sofort korrigiert wurde: „Die Rocker werden natürlich ein dreitägiges Seminar ablegen müssen. Zudem müssen sie vor der Kita ihre Waffen ablegen.“ Des Weiteren hätten einige Rocker im Notfalle gute Kontakte zu Frauen, die Erfahrungen in Bildungseinrichtungen in sozialen Brennpunkten vorweisen können.

Fotonachweis oben rechts: Laurence Chaperon CC-BY-SA-3.0-de, via Wikimedia Commons
Fotonachweis unten links: Lee Brimelow CC-BY-2.0, via Wikimedia Commons
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Betreuungsgeld: Schröder will trotzdem weiter Familienministerin bleiben

Schröder will trotz „Herdprämie“ weiter Familienministerin bleiben

Berlin. Nach zähem Ringen hatte gestern das Kabinett endlich das Betreuungsgeld verabschiedet. Nun muss es offenbar neu verhandelt werden, nachdem Familienministerin Kristian Schröder (CDU) heute in aller Früh erklärte, sie wolle trotz Prämie weiter den Ministerposten ausführen. „Der finanzielle Anreiz ist wohl noch nicht hoch genug. Die Schröder will ihr einjähriges Kind  anscheinend trotzdem noch nicht selbst betreuen“, sagte ein enttäuschter Horst Seehofer.

Das Betreuungsgeld sollte nach CSU-Vorstellungen die Wahlfreiheit für Mütter erhöhen, die einen schönen Herd besitzen und ihr Kind lieber zu Hause erziehen, als es zur Kita zu schicken. Die Koalition will diesen Eltern ab Januar monatlich ein Betreuungsgeld von 100 Euro zahlen. „Das reicht offenbar noch nicht aus, damit auch Schröder endlich nach Hause geht“, sagte eine ebenfalls konsternierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Schröder nicht rauswerfen will, da sie wie sie ebenfalls ein Kohl-Poster in ihrem Zimmer hängen hatte. Auch die große Lobbyorganisation im Familienministerium UvdL* will die anerkannte Frauenhasserin loswerden. Sie prüft derzeit mögliche Härtefallregeln, in denen das Betreuungsgeld auch höher ausfallen kann, um die Anreize und „echte Wahlfreiheit“ zu ermöglichen.

Das Kabinett berät nun über marginale Änderungen im Gesetzestext. So überlegt man, dass Frauen, die zuvor in Spitzenpositionen tätig waren, ein Betreuungsgeld von rund 150 000 Euro im Monat erhalten sollen. Für Mütter, die zudem noch ein Buch mit einem grauserregenden Titel und einem noch langweiligeren Text geschrieben haben, soll es einen Aufschlag von 10 000 Euro geben. Ferner sollen Frauen, die mit Nachnamen so heißen, wie ein Alt-Kanzler, nochmal 1000 Euro extra auf die Faust bekommen.  „Das könnte mehr Erfolg haben, endlich Frau Schröder dazu zu bewegen, den Ministerposten niederzulegen“, sagte ein zufriedener Seehofer. Kritik kommt bisher nur aus der FDP. „Die Herdprämie für Frau Schröder ist viel zu hoch. Die ist ja noch nicht mal Chefin einer großen Hotelkette“, sagte Philipp Rösler.

*Ursula von der Leyen

Fotonachweis: Laurence Chaperon CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Offener Brief (2)

Sehr geehrter Herr Maschmeyer,

in Ihrem Buch mit dem etwas sperrigen und leerzeichenlastigen Titel „Selfmade: erfolg reich leben“ geben Sie Tipps, wie man später reich und erfolgreich wird. Da der Redaktion das Buch mit 19,99 Euro etwas zu teuer war, warten wir noch auf das Taschenbuch. Dennoch erlauben wir uns ein paar Kommentare, auch wenn wir bisher nur die Auszüge in den deutschen Tageszeitungen lesen konnten.  Denn auch wir von Schwindelfreiheit wollen reich und berühmt werden.

Ihre tiefsinnigen Ratschläge wie „Nutzen sie positive Gedanken“, „Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben“ oder auch „Opfern Sie niemals Ihre großen Ziele für kleine Ziele“ hatten wir bisher nicht berücksichtigt. Bislang haben wir uns in der Redaktion ständig beleidigt, anderen die Schuld für unser blödes Leben gegeben und lieber morgens Zeitung ausgetragen, als bei einer zu arbeiten.  Ihr Geheimtipp ist aber „Networking“. Da wir den Begriff natürlich noch nie gehört hatten, mussten wir ihn erst einmal nachschlagen und stellten fest: Kontakte zu anderen Menschen sind der Schlüssel zum Erfolg, auch wenn Ihnen beim „networking“ hin und wieder die Staatsanwaltschaft auf die Finger schaut. Interessant und glaubhaft ist auch Ihre Aussage Sie hätten Alt-Kanzler Schröder erst Jahre nach der Einführung der Riester-Rente so richtig kennengelernt.  Komisch, dass sie ihm bereits 1998 eine Anzeigenkampagne mitfinanziert haben sollen.  Aber das ist sicherlich nur ein kleiner Schönheitsfehler. Wir vergeben 11 von 10 Punkten!

Hochachtungsvoll

Schwindelfreiheit

P. S.: Lesen Sie doch auch mal die Kundenrezensionen bei Amazon (und zwar die mit einem Stern)