Ratgeber: Shoppen am 1. Mai

Sie waren schon seit Wochen nicht mehr shoppen und hatten heute auch keinen Brückentag? Sie wollen aber unbedingt losziehen und sich zum Beispiel das neue IPhone oder einen Fernseher kaufen? Dann nutzen Sie doch den Tag der Arbeit für Ihre Unternehmungen. Na gut, die Geschäfte sind am 1. Mai geschlossen. Dennoch, wenn Sie dieser Anleitung folgen, haben Sie einen entspannten Tag in der Stadt.

1. Die Vorbereitung: Ziehen Sie sich schwarze Klamotten an, auch wenn es heiß ist. Nehmen Sie eventuell eine Sturmhaube mit, denn am 1. Mai riecht die Innenstadt für gewöhnlich ein bisschen verbrannt. Prinzipiell vermeiden sollten Sie aber grüne Bekleidung. Sie wirkt anziehend für Pflastersteine.

2. Der Parkplatz: Parken Sie Ihren Wagen möglichst weit außerhalb der Stadt und gehen Sie zu Fuß ins Zentrum.

3. Entspannt Einkaufen: Suchen Sie sich eine Gruppe von schwarz gekleideten Menschen. Hierbei ist zwischen „Linken“ und „Rechten“ zu unterscheiden. Beide Gruppen sind äußerst schwer zu unterscheiden. Schreien Sie kurz mehrfach „Scheiß Kapitalismus“ und gucken Sie was passiert. Kommen einige Glatzköpfe mit Baseballschlägern auf Sie zugelaufen, sollten Sie besser auch laufen. Passiert nichts, rufen Sie zur Probe nochmal kurz „Gegen Häuserräumungen“ und „Gegen Krieg“ und folgen dann der Gruppe. Als Pirat sollten Sie in diesem Zusammenhang Nazi-Vergleiche möglichst vermeiden.

4. Im Kaufhaus: Im Pulk sollten Sie dann nicht mehr auffallen – nun sind Sie mitten drin im Shopping-Fieber. Abzuraten ist nur vom Autokauf, da die brandaktuellen Angebote am 1. Mai oftmals nichts taugen. Dennoch, einige Geschäfte machen extra für Sie am 1. Mai auf. Heben Sie einen Pflasterstein auf und werfen Sie die Schaufenster-Scheibe des Geschäfts Ihres Vertrauens ein und gehen Sie gemütlich shoppen. Leider sind die Kaufhäuser am 1. Mai mit wenig Service-Personal besetzt. Sollten Sie Fragen haben, nehmen Sie sich das Produkt einfach mit und rufen am nächsten Tag die Service-Hotline an.

5. Bezahlen: Haben Sie das Produkt Ihrer Wahl gefunden, so können Sie sich über die guten Angebote am 1. Mai freuen. Die Produkte sind in fast allen Kaufhäusern um den kompletten Warenpreis reduziert. Gehen Sie also mit Ihrem neuen Fernseher einfach an der Kasse vorbei. Falls Sie ein schlechtes Gewissen haben, hinterlassen Sie ein paar Euros für die Portokasse. Ein Kaufbeleg gibt es am Tag der Arbeit leider nicht, somit haben Sie auch keinen Garantie-Anspruch.

6. Der Rückweg: Auf dem Rückweg sollten Sie große Menschenansammlungen sowie komische Menschen in grünen Anzügen und Blaulicht meiden.

Advertisements

Schwindelfreiheit-Redakteure von Lichtstrahlen geblendet

Die Schwindelfreiheit-Redaktion entschuldigt sich bei ihren treuen und überaus genialen Fans für das artikelfreie Wochenende. „Ich hoffe die Leute da draußen an den Bildschirmen waren froh, unsere unlustige Satire in den letzten zwei Tagen nicht lesen zu müssen.“  Chefredakteur Priesemann erklärte gesundheitliche Probleme zur Hauptursache der Ideenlosigkeit. Ein Kollege des Bruchsaler Stadtboten gab an, dass die kreativen Schöpfer dieses überaus langweiligen Blogs, mit den plötzlichen Sonnenstrahlen und Temperaturen von teilweise über 25 Grad nicht zurecht kamen. Grund für die Licht-Allergie ist womöglich der schlecht beleuchtete Arbeitsplatz der Redakteure in einem bisher unbekannten Keller bei einem geheimen und unsichtbaren US-Militärstützpunkt nahe Hannover.

So haben die Schreiberlinge die Ratschläge eines Arztes angenommen und das Wochenende zur Therapie an der frischen Luft und teilweise in einem Freibad verbracht. In der nächsten Woche will das Redaktionsteam aber wieder fit sein und sich  voll und ganz auf die investigative Arbeit konzentrieren. „Zum Glück ist ja kaum was passiert“, erklärte Priesemann. Damit die Bürger aber nicht ganz so uninformiert in die nächste Woche starten – hier die wichtigsten Njus:

+++ Schlechte Quoten bei DSDS: Singender Staubwedel wird nur Zweiter +++

+++ Piraten-Problem gelöst: Nerds zerfallen auf Weg zum Parteitag zu Staub +++

Wahltrends

*= allerdings nur für 500.000 Euro
**= in der Umfrage als Linke mit Internetanschluss
Kugelschreiber= Partei, die mir die meisten Kugelschreiber schenkt

Das Schwindelfreiheit-Institut für Demoskopie hat heute einen neuen Wahltrend veröffentlicht. Die vertrauenswürdige Umfrage wurde in der vergangenen Woche im Leitmedium des Institutes durchgeführt. Die Befragung ist repräsentativ, da mal mehr als zehn Leute abgestimmt haben.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Die EM des Protestes

Die Europameisterschaft  in der Ukraine und Polen wird im Zeichen des Protestes gegen die Inhaftierung von  Julian Tymochenko stehen. Verschiedene Fangruppe und Mannschaften haben sich besondere Protestmaßnahmen einfallen lassen:

  • Die Deutsche Mannschaft hat angekündigt mit einer Viererkette auf die gewaltsame Inhaftierung der ukrainischen Politikerin aufmerksam zu machen. Zudem planen die Spieler den Ball für mehrere Minuten in der eigenen Hälfte zu halten.
  • England plant mit verschossenen Elfmetern gegen die Inhaftierung zu protestieren. „Wir werden einfach ein paar Elfmeter verschießen. Was anderes können wir nicht“, sagte Verteidiger John Terry.
  • Spanien will aus Protest erst zum Halbfinale der Europameisterschaft anreisen. „Wir können doch nicht einfach unsere Gruppenspiele bestreiten, als würde nichts sein“, erklärte Nationaltrainer Del Bosque.
  • Italien kündigte an, mit spontanen Schwächeanfällen für Tymochenko demonstrieren zu wollen. So werden sich die Spieler nach einen vermeintlichen Foulspiel des Gegners hinschmeißen und mit Schmerz verzerrtem Gesicht mehrere Rollen bis an die Auslinie machen. „Wir wollen damit auf die Leiden aufmerksam machen, die Tymochenko in der Haft erleiden muss“, sagte Trainer Pandrelli.
  • Die Griechen wollen sich in der eigenen Hälfte festbeißen und Beton anrühren. „Wir verlassen unsere Hälfte nicht eher bis Tymochenko frei ist oder die Gegner ein Tor erzielt haben“, sagte Coach Santos.
  • Die Fans haben sich zu einem Flashmob verabredet. So wollen die Schlachtenbummler im Stadion nacheinander aufstehen und die Arme hochreißen.
  • Kritik gibt es nur an Russland, das nach eigenen Angaben keine der „perfiden“ Maßnahmen plant. „Wir wollen einfach nur Fußball spielen, wie wir es immer machen“, erklärte Staatschef Putin, der darauf hinwies, dass die Ukraine ein schönes Land ist, aber noch nicht so gute Gefängnisse besäße wie Russland.

Media Markt richtet Zone ein

Fast richtige Nachricht, aber leider ausgedacht…

Nachdem der Media Markt in Österreich eine Frauenzone eingerichtet, plant der Elektronikkonzern in Deutschland ebenfalls einen abgetrennten Bereich aufzubauen. „Wir werden allerdings keine Frauenzone einrichten, weil diese aufgrund der Sexismus-Debatten negativ konnotiert ist. Außerdem sind die Deutschen mit Mario Barth bereits genug bestraft“, erklärte ein Sprecher. Stattdessen will der Media Markt über 20 Jahre nach der Wiedervereinigung „Die Zone“ testen, also eine Verkaufsfläche speziell für „Ossis“.

Der neue Bereich soll nach Angaben des Konzerns mit einer dicken und hohen grauen Mauer abgetrennt sein. Würde man „Die Zone“ im Media Markt betreten, dürfe man sie den Rest des Einkaufes nicht wieder verlassen.  Sollte man allerdings trotzdem versuchen aus der Zone zu flüchten, drohen Konsequenzen. Man werde allerdings keine Kunden erschießen, versicherte Media Markt. „Wir sind doch nicht blöd. Wir haben uns, was viel Schlimmeres ausgedacht. Wir löschen den Facebook-Account des Verräters“, erklärte der Sprecher.

Doch was gibt es in der Zone zu kaufen? Nach Angaben des Elektronikkonzerns sollen in dem Bereich alte, laute und stinkende Geräte angeboten werden. „Wer ein Elektronikgerät kaufen will, der bezahlt dies an der Kasse, muss aber noch ein paar Jahre auf seine Auslieferung warten“, sagt der Sprecher. So müsse man bei einem Telefon rund drei Jahre warten, der Kühlschrank dauert aber bereits elf Jahre. Ein IPhone sucht man in der Zone allerdings vergebens. „Wir hätten in der Zone eine Telefonzelle oder solche Handys mit denen man nicht mal Fotos machen kann.“

Reiche sollen mehr Wahlfreiheit erhalten

Laut neuesten Plänen der Bundesregierung sollen Deutschlands Reiche bald einen neuen Zuschuss erhalten. So sollen Gutbetuchte, die ihr Geld zu Hause beim Wachsen zu sehen wollen, ein Betreuungsgeld erhalten. „Mit dem kleinen Zuschuss sollen Personen, die jährlich mehr als 500.000 verdienen, die Wahlfreiheit besitzen, ob sie das Geld zu einer professionellen Anlageberatung bringen oder es selbst zu Hause verwalten“, erklärte der standfeste CSU-Politiker Horst Seehofer, der natürlich mal wieder rein gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Das Betreuungsgeld soll nach Angaben von schwarz-gelb bei rund 10.000 Euro pro Monat liegen.

Besonders das tägliche Münzenzählen verhindert, dass viele Reiche einer ordentliche Beschäftigung nachgehen können. Sara Hegewald / pixelio.de

Die Opposition läuft Sturm gegen das neue Konzept der Bundesregierung. „Arbeitslose werden ausgeschlossen“, meint zum Beispiel Sigmar Gabriel von der SPD. Die CSU machte jedoch glaubhaft deutlich, dass die „faulen Schmarotzer“ das Geld sowieso nur für Alkohol, Zigaretten und Gummibärchen ausgeben würden. „Das ist doch logisch! Wer mehr Geld hat, der muss auch mehr Zeit investieren, um das Geld zu verwalten. Wenn jemand mit vielen Banknoten also intensiv sein mühsam Erspartes anlegen will, kann er nicht mehr seiner Beschäftigung nachgehen. Deswegen braucht er unsere Unterstützung“, erklärte Philipp Rösler von der FDP.

Der Bundesverband der Reichen freut sich über den Zuschuss. „Die Politik hat endlich eingesehen, dass wir unserem Geld gerne beim Arbeiten zu sehen wollen“, erklärte Michael Winter. Viel Geld zu koordinieren sei nicht einfach. So müsse man ständig überlegen, welchen teuren Champagner und welche kubanische Zigarren man für die nächste Party einkauft und ob dann das Geld noch ausreicht, um wenigstens den Swimming-Pool mit Geldscheinen zu füllen. „Das Schicksal von Christian Wulff mahnt uns. Die Reichen brauchen dieses Betreuungsgeld“, fordert Winter.

Ferner kündigte die schwarz-gelbe Regierung weitere tiefgreifende Reformen an: Privatschüler sollen eine Lernmittelförderung erhalten und einen Benzinzuschuss gibt es bald für Haushalte ohne angemeldetes KFZ-Fahrzeug.

Lehrer fühlen sich unvorbereitet

"In alleinstehenden Ranzen können Bomben drin sein", warnt Schulze. Günter Havlena / pixelio.de

Wie eine neue Studie des Allensbacher Forschungsinstitut herausfand, fühlen sich viele Lehrer nicht genug vorbereitet auf das harte Schulleben. „Viele Pädagogen kommen mit der Brutalität der Unterrichts-Vollzugs-Anstalten häufig nicht zurecht“, sagte ein Sprecher. Ein neuer Kurs soll daher den Lehrern den Einstieg ins Rotstiftviertel erleichtern. Bildungsministerin Annette Shavan schlug vor, dass neue Lehrer zukünftig mindestens zwei Jahre einen Selbstverteidigungskurs besuchen sollen.

Mathelehrer (hier bei der Ausbildung) sind häufiger gefährdet. fit1 / pixelio.de

Ein Prototyp läuft derweil bereits in Berlin unter der Leitung des ehemaligen Profiboxers Rainer Schulze. „Kaum sind die Lehrer in der Schule angekommen, müssen sie mit Anfeindungen und Drohungen rechnen. Und wenn sie dann auch noch das Lehrerzimmer verlassen, wird es meist noch schlimmer“, erklärt Schulze. In der Schulklasse säßen dann häufig dumme Kinder, die nicht mal den IQ eines „Meerschweinchen“ erreichen, aber schon in Vollbesitz ihrer Kräfte sind. „Besonders kritisch wird es bei der Vergabe von Noten von Klassenarbeiten. Da können schonmal Fäuste fliegen“, sagt Schulz. Aber auch Zeugnisvergaben seien ein Problem, denn häufiger sind die Kids dann besser vorbereitet und kommen gleich mit Messern in die Schule. „Wenn die drei Sechsen kriegen, wird es hart“, mahnt Schulze. Viele Lehrer berichten auch, dass die Ansage von Hausaufgaben nach dem Läuten der Pausenklingel häufig nur sehr negative Reaktionen hervorruft. „Da fliegen dann schonmal Gegenstände wie Stühle“, weiß der ehemalige Profiboxer.

Im Selbstverteidigungskurs lernen die künftigen Lehrer nun, wie man sich gegen die Halbstarken wehrt. Einführungen in Judo, Karate, Tai-Chi und Boxen werden im ersten beiden Semestern gelehrt. Danach könne man sich entweder in der Abwehr von Waffenangriffen oder in der chemischen Kampfmittelbeseitigung vertiefen. „Für mehr reicht es bisher nicht“, beklagt Schulze.