Neue Studie: Ein Großteil der Abgeordneten hat keine Zeit mehr für Politik, weil sie ihre Kinder betreuen müssen

Keine Zeit: Volksvertreter müssen Kinder betreuen

Berlin. Eine heute veröffentlichte Studie des Ursula-von-der-Leyen-Instituts für Familienforschung sorgt für Aufregung in der Politik. Offenbar haben immer weniger berufstätige Männer und Frauen Zeit ihrem Job nachzugehen, weil sie ihre Kinder betreuen müssen. Besonders betroffen ist hierbei die Gruppe der Politiker, insbesondere der Abgeordneten des deutschen Bundestages. „Weil es nicht genug Kindertagesstätten in der Gegend gibt, müssen die Volksvertreter ihre Kinder zu Hause betreuen und das völlig unentgeltlich. Darum können sie nicht jeden Tag zur Arbeit kommen“, sagt Dr. Reinhard Schlau, Leiter der Studiengruppe. Es bestehe derzeit Gefahr, dass das Parlament häufiger nicht beschlussfähig ist.

Betroffene Politiker im Bundestag sind keine Seltenheit mehr. Alleine heute hätten  rund 400 Abgeordnete, also gut zwei Drittel der Volksvertreter ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. „Ich schaffe das zeitlich einfach nicht mehr – das Kind und Beruf. Deswegen konnte ich heute auch nicht zu so einer komischen Lesung im Bundestag gehen. Da fahr ich doch lieber über das Wochenende nach Hause, ist ja sowieso bald Sommerpause“, sagte uns eine Abgeordnete, die ihren Namen nicht nennen wollte. Sie könne ihr Kind nicht in eine Kita schicken, weil es die Kommune aus finanziellen Gründen nicht hinbekommt, einen Betreuungsplatz anzubieten. „Das ist ärgerlich. Aber wenigstens gibt es bald ein Betreuungsgeld.“

„Angie“: Kind ist FDP-Mitglied

Eine weitere bekannte CDU-Politikerin sagte gegenüber Schwindelfreiheit, dass sie ihre Kinder teilweise sogar mit zur Arbeit nehmen müsse. „Das ist dann ein reiner Kindergarten am Kabinettstisch. Es wird sich ständig gezankt, dann wird einem die Schaufel oder ein Entwurf geklaut und schon fliegen die Fetzen.“ Sie sei als „Mutti“ da hin und wieder schlichtweg überfordert. Besonders ihr Jüngster mache immer wieder Radau. Zum Beispiel habe er ihr gestern erst mit seinem Bobbycar erneut den Parkplatz weggenommen. „Da musste ich schnell zum Niebel parken. Musste sowieso noch einen Teppich vorbeibringen“, sagte Angie (Name von der Redaktion geändert).

Fotonachweis: Bild oben rechts - Souza/ pixelio.de
Bild links unten: Originalbild Armin Linnartz CC-BY-SA 3.0.

Niebel testet erfolgreich ersten fliegenden Teppich

Kann nach Oppositionsmeinung auch bald fliegen: Dirk Niebel

Berlin. Ein unglaubliches Phänomen: Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat vor wenigen Wochen erfolgreich einen fliegenden Teppich getestet und wird damit als Erfinder in die Geschichtsbücher eingehen. „Das war schon atemberaubend. Der Teppich fliegt völlig CO2 arm und ist schnell unterwegs. An der Technik kann man aber an einigen Stellen noch etwas machen“, sagte Niebel. Das Universalgenie Niebel hatte den fliegenden Teppich zusammen mit einem Händler in Afghanistan innerhalb von nur wenigen Stunden entwickelt.

Die Kritik der Opposition, dass der Minister den Teppich als privates Souvenir am Zoll vorbeischmuggeln ließ, wies der FDP-Politiker aufs Schärfste zurück. „Bei dem Objekt handelte es sich um einen Prototyp. Da ist die Lenkung nicht so ganz einfach“, sagte Niebel. Als der fliegende Teppich in Berlin-Schönefeldt landete, habe dem Mitarbeiter aus dem Entwicklungsministerium einfach die Präzision gefehlt, das Flugobjekt zum Zoll zu fliegen. „Es kann halt nicht jeder so gut sein, wie ich“, machte der stolze Niebel deutlich. Dem Mitarbeiter sei es dann aber immerhin gelungen –  nach einer kleinen Übungsphase -,  den Teppich direkt vor Niebels Privatwohnung zu parken.

Fotonachweis: Tomukas – Thomas Holbach CC-BY-SA-3.0  via Wikimedia Commons

Ratgeber: So steigern Sie Ihre Kreditwürdigkeit im Internet

Dieses Bild sollten Sie öfters mal posten. Foto: Eva-Maria Roßmann / pixelio.de

Internet. Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) will offenbar gezielt das Internet durchforsten, um die Kreditwürdigkeit der Verbraucher besser beurteilen zu können. Dabei sollen die Verbraucher über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook ausgespäht werden. Das ist nicht schlimm, sondern zu Ihrem Nutzen. Folgen Sie einfach den Empfehlungen des Schwindelfreiheit-Ratgebers und erhöhen damit Ihre Kreditwürdigkeit:

1. Was sollten Sie posten? Gerade Ihre Postings und Tweets könnten zum Untersuchungsgegenstand der Schufa werden. Achten Sie deshalb genau darauf, was sie schreiben. Vermeiden Sie Sätze wie „die Bananen sind bei Edeka aber richtig teuer“, sondern posten Sie mindestens alle drei Tage folgende Sätze:

„Leider verstarb mein lieber Vater (variabel) nach langer Krankheit. Die eine Million Euro (variabel – Drachme vermeiden), die er mir hinterlässt, sind da nur ein schwacher Trost.“

„Jau! Heute den Jackpot im Lotto gewonnen. Aber die 500 000 sind nur Peanuts.“

oder unerreicht:

„Ich habe heute zufällig eine Million Euro im Mülleimer gefunden. Wusste gar nicht, dass das mit Lösegeld immer so schnell geht.“

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Deutsche Verwaltung wird ins Ausland verlegt

Fast fertig: die neue Bauverwaltung

Berlin. Die Bundesregierung hat nach langen Verhandlungen endlich eine Lösung gefunden, wie der Schuldenberg der Bundesrepublik wieder kleiner werden könnte. Bis zum Jahr 2014 soll fast die komplette deutsche Verwaltung nach Bangladesch verlegt werden. „Die Löhne dort sind erheblich geringer. Also muss der Bund nicht mehr so viel für seine Beamten zahlen“, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Der CDU-Politiker rechnet mit satten Einsparungen um die 600 Millionen Euro. Bisher zahlt der Bund den Beamten rund 800 Millionen Euro.

Nach Auskunft der Bundesregierung werden die Bürger vom Umzug der Verwaltung so gut wie gar nichts mitbekommen. „Die deutsche Verwaltung wird sich auch in Bangladesch ähnlich bürgernah zeigen wie in Deutschland“, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch die Sprache wird sich kaum ändern. Statt des hiesigen Beamten-Deutsch sprechen die Asiaten das wesentlich verständlichere Bengali. Die Opposition kritisierte, dass die Schwarz-Gelbe Koalition nur ökonomisch denke und moralische Bedenken unter den Tisch kehre. „Na und? Die Kinder, die demnächst die Stempel auf die Ausweise hauen, müssen ja noch keine Familie ernähren“, hieß es aus Regierungskreisen.

Dank der Einsparungen will Deutschland bereits in drei Jahren schuldenfrei sein. Überlegt wird derzeit noch, ob auch der Bundestag ins Ausland verlegt werden soll. Um aber weiter eine symbolische Nähe zur Bevölkerung zu wahren, sind bisher nur Länder in Reichweite der Bundesrepublik wie Polen oder Bulgarien im Gespräch.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte der Postillon im Oktober 2010: www.der-postillon.com/2010/10/bundesregierung-und-parlament-nach.html

Organe unzufrieden mit Reform

72% der Organe würden gerne vor dem Tod des Menschen gespendet werden. Thorben Wengert / pixelio.de

Berlin. Die neue Regelung zur Organspende greift nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Organe (BDO) zu kurz. „Man muss die Reform nochmal auf Herz und Nieren prüfen“, sagte der Pressesprecher Kehlkopf. Er wies darauf hin, dass viele Organe bereits gerne vor dem Tod des Menschen gespendet werden würden. Eine entsprechende Petition unterschrieben in der vergangenen Woche berühmte Organe wie die Leber von Rainer Brüderle und die Lunge von Helmut Schmidt. „Viele Organe wollen gerne schon vor dem Tod des Menschen in einen anderen Körper, bevor sie am Ende nichts mehr vom Leben haben“, machte Kehlkopf deutlich.

In einer Umfrage forderten über 70%  der Organe eine entsprechende Regelung, die vorsieht, dass die Organe, die einen triftigen Grund vorweisen, den Körper schon vor dem Tod des Menschen wechseln können. „Ich will nochmal leben bevor ich irgendwann in einer Straße verbaut werde“, sagte die Lunge von Helmut Schmidt medienwirksam bei Günther Jauch. Besonders alarmierend sei es, so Kehlkopf, dass neun von zehn Därme gerne ihren Menschen verlassen würden. „Viele Leute hören nicht  auf ihren Bauch, sondern essen viel zu ungesund. Da ist es kein Wunder, dass der Darm irgendwann kein Bock mehr hat“, sagte Kehlkopf.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) machte heute allerdings deutlich, nicht auf die „egoistischen“ Interessen einzelner Organe hören zu wollen. „Wir können uns unsere Organe auch nicht aussuchen. Ich denke meine sind mit mir ganz zufrieden“, erklärte er im Bundestag. Außerdem führte er auf, dass nur 15% der Milzen mit dem Menschen unzufrieden sind. Nach seiner emotionalen Rede musste Bahr allerdings mit starkem Durchfall die Sitzung vorzeitig verlassen.

Sonntag ist Muttertag

Alexandra H. / pixelio.de

Das politische Berlin ist begeistert. Am Sonntag ist endlich wieder Muttertag. Wir haben uns umgehört!

„Ich werde der Mutti auf jeden Fall was kaufen – gelbe Blumen oder so! Die macht so viel: Immer zu den Kabinettssitzungen legt Mutti Kekse hin und formuliert die ganzen Gesetze – ganz alleine, weil wir von der FDP so blöd sind oder gerade in der Pubertät stecken. Um Mutti mal zu entlasten, schreibe ich Sonntag mal ein paar Gesetze selbst;  zum Fiskalpakt und so .“

Philipp Rösler, Sohn

„Bedauerlicherweise ist am Sonntag Wahl und ich kann leider nicht in Berlin mit der ganzen Familie Muttertag feiern. Wenn es ganz blöd kommt, muss ich am Sonntag auch noch bedauerlicherweise der NRW-Mutti zum Muttertag gratulieren.

Bedauerlicherweise NRW-Spitzenkandidat der CDU Norbert Röttgen

„Leider habe ich vergessen Blumen zu kaufen. Deshalb werden wir den Muttertag in ganz Berlin verschieben. Ende der Sommerferien sollte ich dann aber alles erledigt haben.“

Klaus Wowereit kümmert sich

„Ich werde der Mutti endlich mal sagen, dass ich ihre Fresse nicht mehr sehen kann.“

Ronald Pofalla

„Ich werde diesmal für die Mutti keine Blumen kaufen. Stattdessen werde ich im Bundeskanzleramt Rollrasen verlegen.“

Wolfgang Schäuble, Fußballfan

„Ich werde der Mutti leider nicht gratulieren können. Unsere Kinder haben uns zu einer Kreuzfahrt eingeladen.“

Christian Wulff, Bundespräsident a. D.

In eigener Sache: Schwindelfreiheit erhält Preis

Bereits drei Monate nach dem Start von Schwindelfreiheit hat der Satire-Blog den ersten Preis erhalten. An einer Tankstelle im Raum Hannover nahm Chefredakteur Priesemann den hochdotierten Benzinpreis entgegen. „Damit haben wir nicht gerechnet. Ich freue mich, dass wir einen so bekannten Preis erhalten haben. Den kriegt ja nicht jeder.“ Die Jury begründete die Wahl auf den Satire-Blog Schwindelfreiheit „mit der vollen Tankfüllung Super“-Witze. Priesemann und seine Redakteure hatten sich in der Schlange gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt.

Doch Schwindelfreiheit will sich nicht auf den Preis ausruhen. „Der Tank ist voll. Jetzt können wir wieder ordentlich Gas geben“, sagte Priesemann, der in den nächsten Wochen Meisterwerke ankündigte. Dazu muss aber endlich auch mal wieder was passieren. „Dass Löw eine Wiese mitnimmt, ist zwar schon lustig, aber nicht der Knaller. Zumal Ukraine ja genug Rasen hat“, erklärt Priesemann. Der Chefredakteur des seriösen Faktenmagazins rechnet fest damit, dass schon morgen wieder etwas passiert. „Urlaubsreise, nicht bezahlte Eigenheime, FDP, Hitler-Vergleiche oder Weihnachten – wir nehmen alles!“