Bundestag stolz: 57-Sekunden-Abstimmung ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen

Bekommt Eintrag ins Guinness-Buch: Deutscher Bundestag

Berlin. Unfassbar – der Deutsche Bundestag hat einen neuen Weltrekord gebrochen und wurde dafür ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen. Für die Abstimmung zum Meldegesetz vor knapp anderthalb Wochen brauchte der Bundestag nur 57 Sekunden und unterbot damit den bisherigen Rekord „für die schnellste Abstimmung in einem demokratischen Staat“ um mehrere Minuten. Bescheiden, wie die Deutschen nunmal so sind, hielten die  Volksvertreter die erfreuliche Nachricht über mehrere Tage zurück. „Also damit habe ich nicht gerechnet, dass ausgerechnet die Deutschen diesen Rekord brechen. Aber wir lassen uns immer wieder gerne überraschen“, sagte der unabhängige Beobachter Reinhold Maier vom Guinness Buch der Rekorde.

Auch die Parlamentarier sind stolz über dieses einmalige Ereignis. „Wir haben diese Abstimmung mehrere Wochen geübt, aber selbst bei den Proben haben wir immer über eine Minute gebraucht. Über dieses grandiose Ergebnis sind wir natürlich sehr stolz“, sagte Bundestags-Präsident Norbert Lammert. Der CDU-Politiker hatte seiner Stellvertreterin Petra Pau für diesen historischen Tag den Vortritt gelassen. Man munkelt aber, dass Pau einfach schneller reden kann. „Beim Lammert dauert das immer noch ein paar Sekunden länger. Da kann man keine Rekorde brechen“, hieß es aus Regierungskreisen. Auch habe man nur die wenigen sportlichen Abgeordneten zur Sitzung zugelassen. „Das plötzliche Melden sowie Aufstehen erfordert eine hohe Konzentration und Fokussierung auf das Ereignis“, erklärte Pau.

Zertifikat von Guinness Buch der Rekorde

Doch mit dem einen Weltrekord gibt sich der Bundestag nicht zufrieden. Die Parlamentarier haben nach Medienberichten richtig Lust bekommen, weitere Rekorde zu brechen. So soll in den nächsten Wochen der Minusrekord für anwesende Repräsentanten im Parlament gebrochen werden. Der Rekord für die kürzeste politische Entscheidung unabhängig vom System ist dagegen schwer zu erreichen. Dort sind vor allem Diktaturen vorne. „Wir werden aber unser Bestes geben“, versprach Lammert.

Fotonachweise: 
Bild oben rechts - Andreas Praefcke CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons
Bild unten links -  Originalbild Matt Dinnery  CC-BY-2.0, via Wikimedia Commons
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SPD will Merkel doch noch von Euro Bonds überzeugen

Merkel befindet sich noch in guter Verfassung

Berlin. „Solange ich lebe“ – mit diesem bemerkenswerten Zitat machte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Morgen unmissverständlich deutlich, dass es keine Euro-Bonds mit ihr geben wird. Am Abend lud die SPD-Troika Steinmeier, Steinbrück und Gabriel die Kanzlerin trotzdem zu einem gemeinsamen Gespräch in ein Berliner Nobelrestaurant ein, um sie doch noch von den gemeinsamen Anleihen zu überzeugen. „Es gibt triftige Gründe für Euro-Bonds“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Doch das Gespräch lief nicht so gut wie geplant. „Leider gab es einige Komplikationen“, so der Chef des Bundeskanzleramtes Ronald Pofalla. Bereits nach wenigen Minuten löste sich ein Kronleuchter, der über der CDU-Chefin hing, aus der Verankerung und fiel auf den Tisch. Merkel war zum Gück vorher auf Toilette gegangen. Kurze Zeit später bedrohte ein offenbar geistig verwirrter Mann mit einer Pistole eine ältere Dame am Nachbartisch. Zu guter Letzt musste auch noch Frank-Walter-Steinmeier mit heftigen Magenkrämpfen in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert werden. Der Wein war nach Angaben der Ärzte vergiftet.

Fotonachweis: Ralf Roletschek - Fahrradtechnik auf fahrradmonteur.de  CC-BY-SA-3.0 

Neue Studie: Ein Großteil der Abgeordneten hat keine Zeit mehr für Politik, weil sie ihre Kinder betreuen müssen

Keine Zeit: Volksvertreter müssen Kinder betreuen

Berlin. Eine heute veröffentlichte Studie des Ursula-von-der-Leyen-Instituts für Familienforschung sorgt für Aufregung in der Politik. Offenbar haben immer weniger berufstätige Männer und Frauen Zeit ihrem Job nachzugehen, weil sie ihre Kinder betreuen müssen. Besonders betroffen ist hierbei die Gruppe der Politiker, insbesondere der Abgeordneten des deutschen Bundestages. „Weil es nicht genug Kindertagesstätten in der Gegend gibt, müssen die Volksvertreter ihre Kinder zu Hause betreuen und das völlig unentgeltlich. Darum können sie nicht jeden Tag zur Arbeit kommen“, sagt Dr. Reinhard Schlau, Leiter der Studiengruppe. Es bestehe derzeit Gefahr, dass das Parlament häufiger nicht beschlussfähig ist.

Betroffene Politiker im Bundestag sind keine Seltenheit mehr. Alleine heute hätten  rund 400 Abgeordnete, also gut zwei Drittel der Volksvertreter ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. „Ich schaffe das zeitlich einfach nicht mehr – das Kind und Beruf. Deswegen konnte ich heute auch nicht zu so einer komischen Lesung im Bundestag gehen. Da fahr ich doch lieber über das Wochenende nach Hause, ist ja sowieso bald Sommerpause“, sagte uns eine Abgeordnete, die ihren Namen nicht nennen wollte. Sie könne ihr Kind nicht in eine Kita schicken, weil es die Kommune aus finanziellen Gründen nicht hinbekommt, einen Betreuungsplatz anzubieten. „Das ist ärgerlich. Aber wenigstens gibt es bald ein Betreuungsgeld.“

„Angie“: Kind ist FDP-Mitglied

Eine weitere bekannte CDU-Politikerin sagte gegenüber Schwindelfreiheit, dass sie ihre Kinder teilweise sogar mit zur Arbeit nehmen müsse. „Das ist dann ein reiner Kindergarten am Kabinettstisch. Es wird sich ständig gezankt, dann wird einem die Schaufel oder ein Entwurf geklaut und schon fliegen die Fetzen.“ Sie sei als „Mutti“ da hin und wieder schlichtweg überfordert. Besonders ihr Jüngster mache immer wieder Radau. Zum Beispiel habe er ihr gestern erst mit seinem Bobbycar erneut den Parkplatz weggenommen. „Da musste ich schnell zum Niebel parken. Musste sowieso noch einen Teppich vorbeibringen“, sagte Angie (Name von der Redaktion geändert).

Fotonachweis: Bild oben rechts - Souza/ pixelio.de
Bild links unten: Originalbild Armin Linnartz CC-BY-SA 3.0.

Betreuungsgeld: Schröder will trotzdem weiter Familienministerin bleiben

Schröder will trotz „Herdprämie“ weiter Familienministerin bleiben

Berlin. Nach zähem Ringen hatte gestern das Kabinett endlich das Betreuungsgeld verabschiedet. Nun muss es offenbar neu verhandelt werden, nachdem Familienministerin Kristian Schröder (CDU) heute in aller Früh erklärte, sie wolle trotz Prämie weiter den Ministerposten ausführen. „Der finanzielle Anreiz ist wohl noch nicht hoch genug. Die Schröder will ihr einjähriges Kind  anscheinend trotzdem noch nicht selbst betreuen“, sagte ein enttäuschter Horst Seehofer.

Das Betreuungsgeld sollte nach CSU-Vorstellungen die Wahlfreiheit für Mütter erhöhen, die einen schönen Herd besitzen und ihr Kind lieber zu Hause erziehen, als es zur Kita zu schicken. Die Koalition will diesen Eltern ab Januar monatlich ein Betreuungsgeld von 100 Euro zahlen. „Das reicht offenbar noch nicht aus, damit auch Schröder endlich nach Hause geht“, sagte eine ebenfalls konsternierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Schröder nicht rauswerfen will, da sie wie sie ebenfalls ein Kohl-Poster in ihrem Zimmer hängen hatte. Auch die große Lobbyorganisation im Familienministerium UvdL* will die anerkannte Frauenhasserin loswerden. Sie prüft derzeit mögliche Härtefallregeln, in denen das Betreuungsgeld auch höher ausfallen kann, um die Anreize und „echte Wahlfreiheit“ zu ermöglichen.

Das Kabinett berät nun über marginale Änderungen im Gesetzestext. So überlegt man, dass Frauen, die zuvor in Spitzenpositionen tätig waren, ein Betreuungsgeld von rund 150 000 Euro im Monat erhalten sollen. Für Mütter, die zudem noch ein Buch mit einem grauserregenden Titel und einem noch langweiligeren Text geschrieben haben, soll es einen Aufschlag von 10 000 Euro geben. Ferner sollen Frauen, die mit Nachnamen so heißen, wie ein Alt-Kanzler, nochmal 1000 Euro extra auf die Faust bekommen.  „Das könnte mehr Erfolg haben, endlich Frau Schröder dazu zu bewegen, den Ministerposten niederzulegen“, sagte ein zufriedener Seehofer. Kritik kommt bisher nur aus der FDP. „Die Herdprämie für Frau Schröder ist viel zu hoch. Die ist ja noch nicht mal Chefin einer großen Hotelkette“, sagte Philipp Rösler.

*Ursula von der Leyen

Fotonachweis: Laurence Chaperon CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Deutsche Verwaltung wird ins Ausland verlegt

Fast fertig: die neue Bauverwaltung

Berlin. Die Bundesregierung hat nach langen Verhandlungen endlich eine Lösung gefunden, wie der Schuldenberg der Bundesrepublik wieder kleiner werden könnte. Bis zum Jahr 2014 soll fast die komplette deutsche Verwaltung nach Bangladesch verlegt werden. „Die Löhne dort sind erheblich geringer. Also muss der Bund nicht mehr so viel für seine Beamten zahlen“, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Der CDU-Politiker rechnet mit satten Einsparungen um die 600 Millionen Euro. Bisher zahlt der Bund den Beamten rund 800 Millionen Euro.

Nach Auskunft der Bundesregierung werden die Bürger vom Umzug der Verwaltung so gut wie gar nichts mitbekommen. „Die deutsche Verwaltung wird sich auch in Bangladesch ähnlich bürgernah zeigen wie in Deutschland“, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch die Sprache wird sich kaum ändern. Statt des hiesigen Beamten-Deutsch sprechen die Asiaten das wesentlich verständlichere Bengali. Die Opposition kritisierte, dass die Schwarz-Gelbe Koalition nur ökonomisch denke und moralische Bedenken unter den Tisch kehre. „Na und? Die Kinder, die demnächst die Stempel auf die Ausweise hauen, müssen ja noch keine Familie ernähren“, hieß es aus Regierungskreisen.

Dank der Einsparungen will Deutschland bereits in drei Jahren schuldenfrei sein. Überlegt wird derzeit noch, ob auch der Bundestag ins Ausland verlegt werden soll. Um aber weiter eine symbolische Nähe zur Bevölkerung zu wahren, sind bisher nur Länder in Reichweite der Bundesrepublik wie Polen oder Bulgarien im Gespräch.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte der Postillon im Oktober 2010: www.der-postillon.com/2010/10/bundesregierung-und-parlament-nach.html

Altmaier will aus der Energiewende aussteigen, weil das Wetter zu schlecht ist

Peter Altmaier

Berlin. Ist das die Wende von der Wende? Der neue Umweltminister Peter Altmaier will die Energiewende wohl doch nicht so stark voran treiben wie geplant. Stattdessen möchte er mehrere Schritte zurückrudern. „Gestern war meteorologischer Sommeranfang und heute sind es acht Grad und es regnet den ganzen Tag“, meckerte der völlig durchnässte CDU-Politiker vor seinem Haus. Eigentlich hatte Altmaier den Sonntag nutzen wollen, um sich mal ordentlich zu sonnen, doch daraus wurde nichts, da es den ganzen Tag nass vom Himmel heruntertropfte. Der Umweltpolitiker will nun den Klimawandel forcieren, um bereits in mindestens drei Jahren im Sommer akzeptable Temperaturen zu erzielen.  „Außerdem ist das mit der Energiewende zu viel Arbeit. Mein Vorgänger Norbert Röttgen hatte bisher nur eine lange Bank gekauft, auf der er die Maßnahmen gegen den Klimawandel aufschieben konnte“, sagte Altmaier.

Der Neuling im Kabinett von Angela Merkel will nun hart durchgreifen und die Umweltpolitik kräftig umkrempeln. „In drei Jahren wird es keinen Tag im Sommer mehr geben, an dem die Temperaturen unter 20 Grad fallen“, sagte Altmaier optimistisch. 2019 soll Deutschland dann offiziell Urlaubsparadies werden. Noch am Abend setzte Altmaier durch, dass alle Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen werden und somit genug CO2 in die Luft gepustet wird. Auch ein noch halbwegs heiles Kraftwerk im Ruhrpott, welches 1983 geschlossen wurde, soll wieder effizient Strom produzieren. Außerdem empfahl Altmaier den deutschen Autofahrern, täglich mindestens 35 Runden um den Block zu fahren, bevor sie Feierabend machen.

Altmaier will den Klimawandel forcieren.

Ferner regte er an, den Reis-Anbau in Deutschland zu forcieren und ein „Betreuungsgeld“ für die Müllentsorgung in freier Natur einzuführen. „Wenn wir ein bisschen unserer Zeit in den Klimawandel stecken, schaffen wir es sogar vielleicht, dass Holland an dieser Fußball-Europameisterschaft nicht mehr teilnehmen kann“, sagte Altmaier.

Gegen die Vorhaben Altmaiers hagelte es kräftig Kritik. Neben den Grünen sorgt sich auch China um die Zukunft des Planeten: „Wo sollen wir jetzt bitte unsere Solaranlagen hin verkaufen“, sagte uns der chinesische Botschafter. Die USA kritisierte die plötzlich aufkeimende Konkurrenz: „Wir haben uns so bemüht, das Urlaubsland Nummer Eins zu werden und jetzt kommt uns Deutschland in die Quere“, sagte US-Präsident Barack Obama.

Fotonachweis Bild oben: Peter Altmaier (Büro von Peter Altmaier)- CC BY-SA 2.0

Bild unten: Peter Bergeet/ pixelio.de

Sensationsfund: Wissenschaftler entdecken ehrlichen Politiker

Dies soll der ehrliche Politiker sein. Homo politicus vollhorstus Fotonachweis: J. Patrick Fischer

Damit hat keiner gerechnet: Aufmerksame Wissenschaftler haben gestern Abend einen ehrlichen Politiker entdeckt. „Wir suchen jetzt schon seit sieben Jahren. Endlich haben wir ein Exemplar entdeckt“, sagte der Psychologe Rainer Freud vom Christian-Wulff-Institut gegenüber Schwindelfreiheit. Freud und seine Kollegen beobachteten am späten Montagabend ein Politiker-Wesen, welches in einem öffentlich-rechtlichen Spartenkanal und damit quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit die sogenannte „Wahrheit“ erzählte.  Sie meldeten ihren Fund nur wenige Stunden später bei der Bundeszentrale für seltene Tierarten. „Der Graurücken sprach eine seltsame Sprache und stammt offenbar aus dem deutschen Ausland“, erklärte Freud. Nach mehreren Stunden des Übersetzens hätten die Wissenschaftler aber erkannt, dass der homo politicus offenbar die Wahrheit sprach.

Politik und Gesellschaft reagierten überrascht auf den seltenen Fund. Die Politiker, erklärten die Wissenschaftler würden die Maßstäbe zu hoch setzen und schlampig arbeiten. „Ich habe vor gut einer Woche auf demselben Sender auch die Wahrheit gesagt. Das wurde bedauerlicherweise aber sehr negativ aufgenommen, sodass ich es wieder zurücknehmen musste“, sagte Umweltminister Norbert Röttgen. Der Erfinder des Kopierers und ehemaliger CSU-Verteidigungsminister von und zu Guttenberg erklärte, dass er nie gelogen habe: „Dies müssen Sie natürlich erst einmal prüfen. Sollte ich lügen, so ist die Aussage, dass ich nie lüge, natürlich falsch, da ich ja gelogen habe. Also bringt Ihnen die Aussage so viel, wie meine Fußnoten.“ Auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff meldete sich zu Wort. Er sagte, dass „auch Notlügen zu Deutschland“ gehören.

Auf den Straßen gaben mehrere Passanten an, sie würden ab sofort versuchen, die Wahrheit zu sagen. „Das bringt einem natürlich auch Sympathien, wenn man ehrlich ist. Deswegen werde ich meiner Frau heute sagen, dass ich sie von einer Mülltonne nicht mehr unterscheiden kann“, sagte ein älterer Mann mit offensichtlichen Sehproblemen. Ein junger Mann erklärte uns, dass er noch nie gelogen habe: „Übrigens finde ich den Blog Schwindelfreiheit echt klasse und überhaupt nicht langweilig.“ Auch Schwindelfreiheit-Chefredakteur Priesemann machte deutlich, dass er im Rahmen der Berichterstattung immer die volle Wahrheit schreibe. „Da gibt es keine Ausnahmen, selbst bei Aussagen über den Blog“, versicherte er.